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Menschlichkeit gewürdigt

Hilde Rektorschek erhielt Marburger Leuchtfeuer


10.05.2013 - als

Foto: Preisübergabe
Oberbürgermeister Egon Vaupel und Jury-Sprecher Jürgen Neitzel übergaben Hilde Rektorschek das Marburger Leuchtfeuer. (Foto: Anna Schneider)
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Empathie und Menschenwürde waren am Freitag (10. Mai) die großen Schlagwörter bei der Verleihung des Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte. Mit Musik des Duos ”Tronje Schupper”, Kunst und viel Applaus würdigten die Humanistische Union Marburg sowie die Universitätsstadt Marburg im Historischen Saal des Rathauses die Preisträgerin Hilde Rektorschek.
Das Marburger Leuchtfeuer ziehe seine Kreise, begann Oberbürgermeister Egon Vaupel seine Begrüßung. Das Kulturangebot der Universitätsstadt und die damit verbundene Lebensqualität seien das Ergebnis großen ehrenamtlichen Engagements. Darin stecke viel Arbeit, die viel mehr durch die öffentliche Würdigung als durch ein Preisgeld bezahlt werde.
Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit der folgenden Generation ehrenamtlicher Mitarbeiter. Die Politik habe jedoch die nicht weniger wichtige Aufgabe, die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu schaffen.
HU-Regionalvorsitzender Franz-Josef Hanke wies anschließend insbesondere auf das Menschenrecht auf Kultur und das auf Nahrung hin. Bedauerlicherweise basiere Rektorscheks Auszeichnung jedoch auf der Missachtung dieser Rechte. Ihr Engagement in einer sogenannten “Tafel” und die Gründung der Kulturloge Marburg seien erst das Ergebnis einer falschen Sozialpolitik.
12 Millionen Menschen gelten in Deutschland als armutsgefährdet, setzte der ehemalige Theaterintendant Ekkehard Dennewitz danach in seiner Laudatio fort. Durch die Kulturloge bekämen finanziell Benachteiligte jedoch auf “behutsame, würdevolle und nachhaltige” Weise die Chance, Kultur zu erleben.
Entgegen des Vorurteils, sozial schwache Menschen hätten kein Interesse an Musik, Kunst und Sportaktivitäten, zeige die Erfahrung aber das genaue Gegenteil. Das Fehlen eines “musischen Klimas” verstärke sogar die Gewaltbereitschaft besonders unter Kindern.
Nicht nur wegen Rektorscheks Wissen um die kulturellen Bedürfnisse von Kindern attestierte ihr Dennewitz daraufhin das “Elisabeth-Gen”. Damit sprach er das nie versiegende innere Feuer sowie den Tatendrang beider Frauen an.
Die Preisübergabe erfolgte durch den Jury-Sprecher Jürgen Neitzel und Oberbürgermeister Vaupel. Neben einer Urkunde bekam die Preisträgerin ein Gemälde der Marburger Malerin Ursula Eske mit persönlichem Bezug sowie langanhaltenden Beifall.
Ihren Dankesworten fügte Rektorschek abschließend hinzu, dass das Gefühl der Zugehörigkeit das Wichtigste für finanziell und sozial benachteiligte Menschen sei. Darin bestünden das Ziel und die Motivation der Kulturloge.


Anna Schneider - 10.05.2013



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