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Abgeschoben und abgehauen

Fonds muss Spenden für arme Kinder sammeln


05.02.2010 - fjh


"Den Folgen von Armut zu begegnen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", meinen der Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB). Deswegen ruft der Landkreis gemeinsam mit dem Kinderschutzbund einen lokalen Aktionsfonds gegen Kinder-Armut ins Leben. Er soll unbürokratisch, schnell und Einzelfall-orientiert Hilfe für Kinder und Familien leisten.
Das Armutsrisiko von Kindern ist deutlich höher als das in jeder anderen Altersgruppe. Diese Tatsache belegen die Armuts- und Sozialberichte sowohl auf Bundes- und- Landes-,- als auch auf der kommunalen Ebene.
Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf leben Kinder in Haushalten mit geringen finanziellen Mitteln. Nimmt man zum Beispiel den Bezug von Leistungen nach Hartz IV als Indiz für ein geringes Haushalts-Einkommen, lebte Ende 2008 im Landkreis Marburg-Biedenkopf jedes siebte Kind unter sechs Jahren in relativer Armut.
"Diese Kinder leben und erfahren beim Problem der Langzeit-Arbeitslosigkeit die Folgen und Auswirkungen dieser Armut", weiß Renate Oberlik. Die Vorsitzende des Kinderschutzbunds in Marburg sieht darin ein großes Problem: "Bei diesen Kindern und Jugendlichen zeigen sich Entwicklungs-Defizite, Unterversorgung mit der Folge gesundheitlicher Probleme, soziale Benachteiligung oder auch geringere Bildungs-Chancen."
Diesen Folgen zu begegnen, betrachtet sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Mit Hilfe eines Aktionsfonds, der sich aus Spenden zusammensetzt, soll die Möglichkeit geschaffen werden, unbürokratisch, schnell und Einzelfall-orientiert Hilfe in Form von Geld-Zuwendungen für Kinder und deren Familien leisten zu können“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern.
Dabei stehe die Hilfeleistung zur Überwindung der akuten Notlage im Mittelpunkt. Den Gefahren von Ausgrenzung und Benachteiligung könne somit individuell begegnet werden.
Der Kinderschutzbund Marburg wird die Anlaufstelle des Aktionsfonds "Gemeinsam gegen Kinder-Armut" werden. Der gemeinnützige Träger richtet dafür ein Sonderkonto ein und übernimmt die Verwaltung der Mittel.
Die Zielgruppe des Aktionsfonds sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – in begründeten Einzelfällen auch bis 21 Jahre - sowie deren Familien, die ihren Wohnsitz im Landkreis Marburg-Biedenkopf haben. Zur Unterstützung der Arbeit des Aktionsfonds wird ein Beirat eingerichtet, der sich aus Vertretern der Politik und der freien Wohlfahrtspflege zusammensetzt.
Zu den Erst-Spendern zählt das Kinder- und Jugendparlament (KJP) des Landkreises. Außerdem wollen die Organisatoren einen öffentlichen Aufruf starten, um weitere Gelder einzuwerben.


pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf - 05.02.2010



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