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Spenden gesenkt

Banzer bei Treffen der Tafeln in Marburg


10.10.2009 - fjh


"Mit dem Konzept, überflüssige Lebensmittel einzusammeln, die im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können, und an Bedürftige weiterzugeben, schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel", sagte Jürgen Banzer. Der Hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit sprach anlässlich der Jahrestagung der Hessischen Tafeln am Samstag (10. Oktober) in Marburg.
Banzer bezeichnete die Tafeln als eine der erfolgreichsten modernen ehrenamtlichen Bewegungen in Deutschland. Die 52 Tafeln mit ihren über 2.500 Helferinnen und Helfern in Hessen seien aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.
Mit Blick auf die steigende Anzahl von bedürftigen Kindern in Deutschland sagte der Minister in seinem Grußwort: "Die gesunde Entwicklung der Kinder ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen."
Banzer forderte die neue Bundesregierung auf, die Regel-Leistungen für Kinder nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) sowie die Regelsätze nach dem SGB XII unverzüglich neu zu bemessen und dafür als Grundlage eine spezielle Erfassung des Kinder-Bedarfs vorzusehen. Die geltenden Regelungen sehen lediglich eine prozentuale Ableitung des Kinder-Bedarfs vom Regelsatz Erwachsener vor. Das sei nicht ausreichend.
Leider sei die Nachfrage nach dem Essen der Tafeln gerade bei Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr stark angestiegen. Die Zahl der mit Lebensmitteln regelmäßig versorgten Kinder in Hessen erhöhte sich von über 12.000 auf nunmehr über 16.000.
Häufig stünden dahinter Trennung, Scheidung oder Arbeitslosigkeit der Eltern. Sie führen zu einem Verarmungsprozess, den die Kinder zu spüren bekommen.
Der Minister versprach zumindest in einem Punkt das Engagement der Landesregierung: "Wir haben mit dem Härtefonds in Hessen eine schnelle und unbürokratische Hilfe für Schülerinnen und Schüler geschaffen, damit sie die Möglichkeit haben, an einer geregelten Mittagsversorgung teilzunehmen."
Allen Helferinnen und Helfern sowie den Spendern dankte Banzer für Ihren Einsatz, der von großer Nächstenliebe geprägt sei und Respekt vor der Schöpfung zeige.
Nach Angabe der hessischen Tafeln ist die Zahl der Bezieher von Lebensmitteln bei diesen Einrichtungen von 2008 auf 2009 um etwa 5.000 Menschen auf jetzt 49.000 Bezieher gestiegen. Gleichzeitig sei wegen der Wirtschaftskrise und damit verbundener knapperer Kalkulation der Einkaufsmengen das Spendenaufkommen aus Einzelhandel und Gastronomie spürbar gesunken.


pm: Hessisches Familienministerium - 10.10.2009



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