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Homosexualität als Krankheit

Linke besorgt über Tagung und Arbeitsbedingungen


08.04.2009 - fjh


Besorgt über das Programm des "6. Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge"von Mittwoch (20. Mai) bis Sonntag (24. Mai) hat sich die Marburger Linke geäußert. Zu diesem Kongress seien Referenten eingeladen worden, die Homosexualität als Folge einer therapiebedürftigen Krankheit ansehen.
Deswegen hat die Marburger Linke im Stadtparlament neben zwei weiteren Anträgen zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Freitag (15. Mai) auch eine Resolution zu der Tagung an der Philipps-Universität eingebracht. Der Magistrat solle die Veranstalter auffordern, auf den entsprechenden Podien Vertreter der Homosexuellen-Bewegung zu Wort kommen zu lassen, die für das Bürgerrecht auf eine offen und selbstbewusst gelebte Homosexualität eintreten.
Zudem soll das Stadtparlament nach dem Willen der Linken versichern, dass in Marburg keinerlei Diskriminierung von Schwulen und Lesben als "krank" oder gar "Kinder gefährdend" hingenommen wird. Eine Stellungnahme der Stadtverordnetenversammlung erscheine "angemessen, da in einer Universitätsstadt, deren Gesicht auch von wissenschaftlichen Kongressen geprägt wird, in der Frage der Diskriminierung von Minderheiten, die in der Vergangenheit lange verfolgt wurden, keine völlige Trennung von kommunal- und allgemeinpolitischen Angelegenheiten möglich ist".
In einem zweiten Antrag fordert die Linke den Magistrat auf," bei der Vorbereitung einer Marburger Altenplanung dafür Sorge zu tragen, dass die in der Altenpflege Beschäftigten so entlohnt und ausgestattet werden, wie dies ihrer Leistung und ihrer besonderen Verantwortung angemessen ist".
Die gegenwärtigen Überlegungen zur Altenplanung gehen völlig einsichtigerweise von den Interessen der alten Menschen in dieser Stadt aus. Soweit es die Altenpflege betrifft, können diese Interessen nach Überzeugung der Linken aber nur gewahrt werden, wenn die in diesem Bereich Beschäftigten nach Tarif bezahlt werden, zumutbare Arbeitszeiten haben und die personelle Ausstattung ihrer Arbeitsplätze zureichend ist. Sei das nicht der Fall, werde jeder Altenplanung zumindest im Pflegebereich auf Dauer die Basis entzogen.
Da sie im Verantwortungsbereich der Stadt Marburg liegt, könnte die Marburger Altenhilfe eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Weil in die Altenplanung auch private und sonstige nichtkommunale Einrichtungen einbezogen werden müssen, seien auch bindende Vereinbarungen mit ihnen notwendig.
Die Stadtverordnetenversammlung sollte nach dem Willen der Linken außerdem noch einen dritten sozialpolitischen Antrag ihrer Fraktion beschließen: "Der Magistrat wird gebeten, in Gesprächen mit der Leitung des Universitätsklinikums zu klären, ob die dortige Personalausstattung - insbesondere in der Pflege - für eine angemessene Krankenversorgung ausreicht. Er wird überdies gebeten, sich für die Festlegung eines verbindlichen Personalbemessungssystems, das auf dem tatsächlichen Pflegebedarf beruht, einzusetzen."
Veröffentlichungen in der Ortspresse weisen auf angebliche oder tatsächliche Schwierigkeiten bei der stationären Versorgung im Universitätsklinikum hin. Gewerkschaftsvertreter und Beschäftigte beklagen eine unzureichende personelle Ausstattung in der Pflege.
Diese Vorwürfe bedürfen nach Ansicht der Linken einer Klärung und nötigenfalls der Abhilfe, da die stationäre Krankenversorgung der Marburger Bevölkerung in hohem Maße vom privatisierten Universitätsklinikum abhängig ist. Es handele sich insofern um eine Angelegenheit von kommunalem Belang.


pm: Marburger Linke im Stadtparlament - 08.04.2009



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