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Kai-Uwe Spanka

Bürgermeister möchte Landrat werden


18.08.2013 - fjh

Foto: Kai-Uwe Spanka
Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka bewirbt sich bei der Wahl am Sonntag (8. September) um das Amt des Landrats. (Foto: Naomi Fenner)
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"Hier klebt der Chef." Mit dieser Bemerkung kommentierte ein Passant eine Plakatieraktion von Kai-Uwe Spanka, nachdem er das Gesicht des Wahlkämpfers mit dem Konterfei auf dem Plakat verglichen hatte.
Im Gegensatz zu den anderen Bewerbern um das Amt des Landrats hat Spanka keine Partei hinter sich. Der Bürgermeister von Wetter ist bei der Landratswahl am Sonntag (8. September) der einzige parteilose Kandidat.
Unterstützung erhält er im Wahlkampf jedoch nicht nur von Freunden und Familienangehörigen; auch viele politisch Interessierte in den Gemeinden nördlich von Marburg und im Burgwald kennen ihn und seine politische Arbeit seit Jahren recht gut. Anders hingegen sieht es im südlich von Marburg gelegenen Hinterland aus.
"Ich bin der einzige Kandidat, der vom Lande kommt." Mit dieser Bemerkung begründet Spanka seine Kandidatur. Vor allem den ländlichen Raum möchte der ehemalige Polizist stärken.
Fast 25 Jahre lang war er Beamter bei der Hessischen Polizei. 2006 bewarb er sich erfolgreich um das Amt des Bürgermeisters von Wetter. Bei der Wiederwahl errang der parteilose Kommunalpolitiker mehr als 70 Prozent der Stimmen.
Keiner Partei anzugehören, bringe auch Vorteile, berichtet Spanka. In der Stadt Wetter könne er seine Anliegen mit unterschiedlichen Fraktionen des Kommunalparlaments durchsetzen. Von Bürgermeistern benachbarter Kommunen höre er hingegen, die größten Widerstände bei der Verwirklichung ihrer Pläne bereiteten ihnen oft die eigenen Parteifreunde.
Als Landrat möchte Spanka den Ausbau der Solarenergie vorantreiben. Die Möglichkeiten der Nutzung regenerativer Energien seien bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.
Am Herzen liegt dem 49-jährigen Vater zweier Kinder die gesamte Infrastruktur in den Dörfern des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Die Aufgabe von Läden und Gaststätten stärke die Landflucht. Während die Dörfer mehr und mehr ausbluteten, bekomme die Universitätsstadt Marburg Probleme bei der Wohnraumversorgung vor allem der Studierenden.
Intelligente Konzepte könnten bei der Bewältigung dieser Problematik helfen, hofft Spanka. Als Beispiel nannte er die Energiegenossenschaft in Oberrosphe. Nachdem sie in ihrem Dorf ein Bürgerkraftwerk errichtet hatte, verfolge sie dort nun ein Carsharing-Projekt. Zum großen Erstaunen vieler Beobachter zeigten sich dabei erhebliche Potentiale zur gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugen.
Die Energieproblematik sei heutzutage auch ein wichtiger Standortfaktor. So arbeite er derzeit an einem Konzept zur Versorgung eines neuen Gewerbegebiets in Wetter vollständig aus regenerativen Energiequellen.
Wohnortnahe Plätze in Kindertagesstätten und Schulen sind eine weitere Forderung von Spanka. In der Ganztagsbetreuung der Kinder sieht er eine notwendige Bedingung für die unbeeinträchtigte Berufstätigkeit der Eltern.
Sich selbst bezeichnet der Vater zweier Kinder als "harmoniebedürftig". Wichtig seien ihm die Menschen und der Kontakt zu ihnen, erklärt er. Soziale Ungerechtigkeiten bereiteten ihm Bauchschmerzen, die ihn häufig zur Suche nach einem Ausweg drängten.
Ansonsten sieht Spanka sich als Pragmatiker. Seine kommunalpolitische Erfahrung in der Verwaltung einer Kleinstadt und vor allem die vielen Beziehungen zu den Bürgermeistern im Landkreis Marburg-Biedenkopf, zu Vereinen und anderen Institutionen betrachtet er als gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit als Landrat.
Vor allem im Ostkreis und im Hinterland müsse er aber noch bekannter werden, räumt Spanka ein. Auf die Frage, ob seine Wahl nicht unwahrscheinlich sei, antwortet er mit einer alten Redensart: "Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen."


Franz-Josef Hanke - 18.08.2013



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