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Aufklärung gesucht

Umwelt-Aktionstag soll alternativen vorstellen


06.09.2011 - bke


"Es ist ein Tag zum kennenlernen und selbst ausprobieren", erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle am Dienstag (6. September) in Bezug auf den Umwelt-Aktionstag. Am Sonntag (18. September) werden in Marburg wieder einige Straßen für den normalen Stadtverkehr gesperrt.
Statt dessen sollen möglichst viele unterschiedliche alternative Wege der Fortbewegung vorgestellt und den Bürgern näher gebracht werden. Gesperrt werden die Weidenhäuser Brücke, der Erlenring, die Wolfstraße und die Uferstraße bis zur Wildwasserstrecke.
Hintergrund der Veranstaltung ist die Mitgliedschaft der Stadt Marburg im Klimabündnis. Dabei handelt es sich um eine Allianz von über 1.600 europäishen Städten.
Das erklärte Ziel des Bündnisses ist es, den Ausstoß der Treibhausgase in den Städten deutlich zu senken. "Man willl darauf aufmerksam machen, dass der Klimawandel tatsächlich existiert und das der CO2-Ausstoß nicht nur uns, sondern auch den Bestand der Rentierherden oder die indigenen Völker der Regenwälder Amazoniens bedroht", erläuterte Kahle die Ziele des Bündnisses.
Zu den Aktivitäten der Organisation gehört auch eine autofreie Woche im September. In dieser Woche sollen möglichst viele Städte zumindest teilweise den Verkehr und damit den Ausstoß von Kohlendioxid einschränken.
In Marburg werden zwar nur am Sonntag einige wichtige Straßen gesperrt. Im Vergleich zu anderen Städten sei das aber schon relativ viel, verdeutlichte Kahle.
Es gebe zwar auch einige Städte, die bedeutend mehr tun. Marburg liege aber in einem guten Durchschnitt.
Die alternativen Fortbewegungsmöglichkeiten am Klima-Aktionstag sind zahlreich. Für interessierte stehen Rikschas zur Verfügung sowie ab 13 uhr auch eine Pferdekutsche.
Auf dem Wasser stehen Kanus und Kajaks sowie ab 13 Uhr auch Drachenboote zum Verleih bereit. Auch Elektrofahrräder können für eine halbe Stunde kostenlos ausgeliehen und intensiv ausprobiert werden.
Auch das Fahren auf den immer häufiger anzutreffenden Seg-Ways kann versucht werden. Dabei handelt es sich um elektrisch angetriebene ein-Personen-Fahrzeuge.
Der Fahrer steht dabei auf einer Plattform zwischen den beiden rädern. Durch reine gewichtsverlagerungen steuert er das Fahrzeug, was zunächst ein durchaus ungewöhnliches Gefühl sein kann.
Für Kinder stehen neben einer Hüpfburg und großen begehbaren Bällen auch eine Kinder- und Jugend-Zirkusschule und Ponyreiten zur Verfügung. Außerdem haben sie die Möglichkeit, an der Luisa-Häuser-Brücke mit einem Drahtseil die Lahn zu überqueren.
Zahlreiche Informationsstände laden die Besucher auch zum verweilen und teilweise zur Selbstbeteiligung ein. So bietet eine Fahrradwerkstadt gegen Vorlage des Kaufbelegs und des Personalausweises die Kodierung des eigenen Drahtesels an.
Mit hilfe einer solchen Kodierung kann dann zweifelsfrei der Besitzer eines beispielsweise gestohlenen Rades ermittelt werden. Auch die Klima-Energie-Effizienz-Agentur (KEEA) ist mit einem Stand zum integrativen Klimaschutzkonzept vertreten.
Dieses - von der Stadt initiierte - Projekt soll mit der Beteiligung der Bürger neue Wege und Verbesserungen für den Klimaschutz erarbeiten. Alle Bürger sind dazu eingeladen, Beiträge am Stand der KEEA abzugeben. Unter allen Teilnehmern werden anschließend sogar Sachpreise verlost.
Daneben sind mit den Stadtwerken Marburg (SWM), der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und dem Marburger Weltladen noch zahlreiche weitere Organisationen und Verbände vertreten. Als Highlight pries Kahle schließlich die Vorstellung eines Elektroautos an.
Es soll auf dem Klima-Aktionstag vorgeführt werden. Dabei handele es sich um ein speziell entwickeltes und nicht bloß nachgerüstetes Elektroauto, das den Anforderungen an den Stadtverkehr vollkommen gerecht werde.
Auf die Frage, ob eine Sperrung von wichtigen Straßen den CO2-Ausstoß aufgrund von Umleitungen nicht sogar erhöhen könnte, sagte Kahle, dass die Auswirkungen auf die Produktion der Treibhausgase eher gering seien. Es handele sich beim marburger Klima-Aktionstag eher um eine pädagogische Maßnahme.


Bernd Kerseboom - 06.09.2011



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