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OB Marius Beckmann

Student möchte Oberbürgermeister werden


23.04.2015 - fjh

foto: Marius Beckmann
Marius Beckmann tritt zur OB-Wahl für die PARTEI an. (Foto: Moritz Klös)
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"Die anderen Parteien brauchen uns", erklärt Marius Beckmann. Deshalb kandidiert der 25-jährige Student auch zur Wahl des Oberbürgermeisters am Sonntag (14. Juni). Aufgestellt hat ihn die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Eliten-förderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI).
Als "Jux- oder Spaßpartei könne man die PARTEI nicht bezeichnen, meint er. Das Etikett "Satire-Partei" akzeptiert Beckmann schon eher. Ein gewisses kabarettistisches Talent ist ihm gewiss nicht abzusprechen.
Werde er Oberbürgermeister, wolle er die Seilbahn auf die Lahnberge verhindern. Statt dieses Projekts solle man doch lieber "die Oberstadt fluten" und aus den Gassen und Plätzen ein kleines Venedig machen. Der Marktplatz könne dann zum kostenlosen Freibad werden.
Auch die geplante Bundesgartenschau lehnt Beckmann ab. Viel sinnvoller sei der Anbau von Hanfpflanzen, mit dem die Stadt Marburg sogar Geld einnehmen könne.
Ernsthafter kommt da schon seine Forderung nach einer besseren Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Philipps-Universität daher. Als Oberbürgermeister werde er sich für mehr erschwinglichen Wohnraum für Studierende stark machen, verspricht er.
Zudem möchte Beckmann die Liste der Ehrenbürger daraufhin überprüfen, ob wirklich alle dieser Ehre würdig sind. Die Uni müsse den "Dichter" Bogislav von Selchow wegen seiner braunen Vergangenheit und seiner führenden Rolle bei den Morden von Mechterstädt von der Liste der Ehrensenatoren streichen, fordert Beckmann.
Das Amt des Oberbürgermeisters werde er im Fall seiner Wahl sehr ernst nehmen, beteuert er. Als völlig aussichtslos betrachtet er seine Kandidatur nicht.
"Wir haben ja auch einen Sitz im Europa-Parlament gewonnen", begründet er seinen Optimismus. "Damit hatte vorher auch kaum einer gerechnet."
Doch auch dann, wenn er nicht zum Oberbürgermeister gewählt werden sollte, hält Beckmann seine Kandidatur auf dieses Amt für sinnvoll. Immerhin könne er im Wahlkampf seine Finger in Wunden legen, auf die die anderen Bewerber damit aufmerksam würden.
"Es ist nötig, den anderen Parteien den Spiegel vorzuhalten", erläutert Beckmann. Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung (StVV) habe er als ähnlich inhaltsleer erlebt wie die des Studierendenparlaments (StuPa), dem er seit Jahren selbst angehört.
Insgesamt gefällt ihm die Universitätsstadt Marburg ganz gut. Auch deswegen engagiert sich Beckmann in der Kommunalpolitik. Auch bei der Wahl zur StVV hofft er auf eine Kandidatur seiner PARTEI.
Mehr Spaß in der Kommunalpolitik ist mit seiner Kandidatur vorprogrammiert. Inwieweit sie die Politik als unernst erscheinen lässt und damit entwertet, bleibt letztlich Ansichtssache. Zumindest einige seiner Forderungen basieren aber unzweifelhaft auf einer ernsthaften Analyse der derzeitigen Verhältnisse.
Sollte Beckmann Oberbürgermeister werden, möchte er einen persönlichen Beitrag zur Konsolidierung der Finanzen leisten und auf die Hälfte des Gehalts für den OB verzichten. Sein Werbeslogan lautet dann auch: "Ich mach"s für die Hälfte."


Franz-Josef Hanke - 23.04.2015



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