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Nacht der Kunst

Gemälde mit Saxophon, Bass und Piano


19.06.2010 - fjh

Foto: Mit Mi(h)r
Die Formation "Mit Mi(h)r" hatte bereits eine Woche vorher bei einer Vernissage in der Waggonhalle gespielt. (Foto: Erdmuthe Sturz)
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Musik schallt durch die Nacht. Jemand spielt Saxofon. Am Straßenrand stehen Menschen und halten Ausschau nach der Quelle des Geräuschs. Es ist etwa 22.15 Uhr.
Ein junger Mann mit Saxofon kommt ganz langsam die Ketzerbach herab. Er läuft im Wasserband in der Mitte der Straße, während er jazzige Weisen spielt.
Auf der Fahrbahn daneben bewegt sich ebenfalls etwas Ungewöhnliches. Es sieht aus wie ein Gefährt der Familie Feuerstein. Doch die Räder sind nur außen angemalt.
In Wirklichkeit ist dieser "Bus" nur ein Holzgestell. Innen laufen Leute, die dieses Gestell um sich herum vorwärts tragen.
So nähert sich die "Magical Mystery Tour" allmählich der Stadtbücherei. Kurz davor stehen am Straßenrand ein Mann mit einem Bandoneon und ein Junge mit einem Kontrabass.
Als der "Bus" auf ihrer Höhe angekommen ist, stimmen sie ins Spiel des Saxofons ein. Ein Lied der "Beatles" erklingt.
Durch einen Lautsprecher ertönt die Stimme von Pit Metz. Aus dem "Bus" heraus kündigt er die Musiker als die Band "Mit Mi(h)r" an.
Zahlreiche Leute haben sich inzwischen am Straßenrand gesammelt, um das seltsame Schauspiel zu beobachten. Begeistert applaudieren sie den Musikern.
Diese Aktion war nur eine von zahlreichen Attraktionen bei der "Nacht der Kunst" am Freitag (18. Juni). Bis Mitternacht waren Museen und Galerien geöffnet, um Kunstinteressierten und der breiten Öffentlichkeit ihre Schätze zu präsentieren.
Eine dieser Galerien ist das Haus von Ursula Eske. In ihrer "Galerie zwischen den Häusern" ist der "Bus" von der Ketzerbach beheimatet. Hierhin begab sich nach der Aktion beim Wasserband auch die Musikband "Mit Mi(h)r".
Zunächst spielt eine junge Frau auf einem asiatischen Saiteninstrument. Leise – fast ätherische – Klänge bewegen sich sanft hinaus aus dem Haus.
Dann stimmt die Band mit ein. Der Saxofonist Dominik Zakreis legt einen vorsichtigen Klangteppich über das Spiel der jungen Frau. Frederik Mihr am Kontrabass und sein Vater Thorsten am elektrischen Klavier stimmen mit ein.
Stundenlang erfreuen die drei dann die Menschen in Zwischenhausen mit ihrem Spiel. Mal bläst Zakreis das Saxofon, mal singt er bekannte Pop-Songs mit seiner unnachahmlich gefühlvollen Stimme.
Nach einer kurzen Pause mutiert er zum Allein-Unterhalter. Nun sitzt er am E-Piano und singt, während Thorsten und Frederik Mihr nur noch zuhören.
Auf der Straße vor der Galerie ist ein Weinstand aufgebaut. Der "Bus" dient nun als Büffett: Auf die Seitenbretter hat man Bretter gelegt, auf denen Salzstangen, Brezeln, Rosinen und andere kleine Naschereien liegen.
Die Stimmung ist gelöst und heiter. Freundlich unterhalten sich die Menschen miteinander, während Dominiks Gesang durch die Nacht tönt.
Diese "Nacht der Kunst" ist wirklich eine wunderbare Sache. Auch wenn es eigentlich um Malerei, Bildhauerei oder andere Kunstgegenstände geht, beweist auch die Band "Mit Mi(h)r" die Macht der Kunst. Erst als das Frösteln kurz vor Mitternacht überhand nimmt, lichten sich die Menschentrauben vor der Galerie zwischen den Häusern.


Franz-Josef Hanke - 19.06.2010



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